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Nov 08 2016

06. November 2016: Am Dienstag ist Wahltag

Published by bernd under USA

Nicole:

Am Dienstag ist es endlich soweit. Der Wahltag steht an und die ganze Welt schaut auf America und fragt sich, wie die Wahl ausgeht. Durch die Zeitzonen werden wir hier an der Ostküste das Wahlergebnis erst am Mittwoch in den frühen Morgenstunden haben. Hiobsbotschaft oder Freude? Nun, das kommt wohl darauf an, wen man gewählt hat.

Wir sind nun seit drei Jahren amerikanische Staatsbürger und dürfen aktiv mitwählen. Das ist unsere erste Präsidentschaftswahl und wir haben vor zwei Wochen beim “early voting” unsere Stimmen abgegeben. Ein paar Wochen vor dem eigentlichen Wahltag kann man meist im Rathaus oder anderen städtischen Gebäuden schon vorher wählen gehen, so haben die Menschen, die am Wahltag keine Zeit haben oder einfach nur die überfüllten Wahllokale meiden möchten, die Möglichkeit ihre Stimme abzugeben. Für uns traf Beides zu, ich wollte nicht ewig in der Schlange stehen und Bernd ist am Wahltag auf einem Businesstrip in Deutschland.

Da es hier kein Einwohnermeldeamt gibt, muss man sich für die Wahl registrieren lassen, wenn man wählen gehen möchte. Ohne diese Registrierung darf man nicht wählen.Wenn man umzieht, muss man seine ID (unser Führerschein und Ausweis) auf die aktuelle Adresse ändern lassen. Auf dem Antragsformular für den Führerschein hat man gleichzeitig die Möglichkeit sich ins Wahlregister eintragen zu lassen, was wir damals auf diesem Wege getan haben.

Wir haben also gewählt. Unsere Stimmen hat Hillary Clinton bekommen. Hillary ist eine sehr erfahrene Politikerin und ich denke, dass sie eine gute Präsidentin abgeben würde.

Anders als Donald Trump. Ich habe mich schon oft gefragt “Wie kann man diesen Mann als Kandidat aufstellen?”, “Was sind das für Frauen, die ihn bewundern?”, “Was sind das für Menschen, die diesen Mann wählen und ihn als Präsident wollen?” So sehr ich es auch versuche, ich kann es einfach nicht verstehen. Tja, das sind Wähler aus allen Schichten, egal ob arm oder reich, studiert oder gar keine Ausbildung, Trump erreicht sie irgendwie. Wäre Trump als Demokrat angetreten, hätte ich ihn auch als überzeugte Demokratin nicht gewählt.

Ich denke, ein/e Präsident/in muss in der Lage sein, Worte weise zu wählen, in der Lage sein sich zu reflektieren, Fehler zu zugeben, sich zu entschuldigen und sich unter Kontrolle haben. Das alles kann Trump nicht. Bei ihm machen immer nur andere etwas falsch. Wenn ihm etwas nicht passt oder sich ungerecht behandelt fühlt, wird er beleidigend. Er macht Frauen nieder und macht sich über behinderte Menschen lustig. So jemanden kann man doch nicht zu einem Staatsoberhaupt machen, schliesslich vertritt er die Amerikaner vor der ganzen Welt.

Die Stimmen landesweit sind sehr unterschiedlich. Die eingefleischten Republikaner sind natürlich für Trump und die eingefleischten Demokraten für Clinton. Dann gibt es Leute, die sagen, dass sie gar nicht wählen gehen würde, weil keiner der Beiden Kandidaten das kleinere Übel ist. Wieder andere wählen dann doch lieber als Alternative zum Nichtwählen den Liberalen Kandidaten Gary Johnson, auch wenn jeder weiss, dass Randkandidaten keine Chance haben. Hier bei uns in den tiefrepublikanischen Südstaaten wird wohl Trump gewinnen.

Am Mittwoch ist alles vorbei und man kann dann hoffentlich wieder ab Donnerstag alltägliche Nachrichten lesen.

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