Archive for Juni, 2015

20. Juni, 2015: Alaska - The Last Frontier State

Dienstag, Juni 23rd, 2015

Nicole:

Dieses Jahr haben wir uns den Wunsch erfüllt, Urlaub in Alaska zu machen. Eine Kombination aus Cruise und Landtour sollte es sein. Los ging es ab Vancouver, wo wir einschifften. Samstag war der erste Tag unserer Cruise und dieser war ein Seetag, der uns durch die Inside Passage nach Alaska führte. Wir saßen draußen in der Sonne, als jemand rief: “Da sind Delfine”. Wir liefen alle sofort zur Reling. Um die 100 Delfine spielten dort im Wasser, soviele auf einmal haben wir noch nie gesehen.

Unser erster Landausflug war am Sonntag in Ketchikan, wir hatten einen Ausflug zum Saxman Village und Ketchikan Citytour gebucht. Saxman Village ist ein Dorf wo noch Eingeborene nach ihren Traditionen leben. Außerdem gibt es dort die größte Ansammlung von Totempfählen. Unser Reiseführer ist ein Eingeborener, lebt und ist in Ketchikan aufgewachsen. Bei der Ketchikan Citytour meinte er: “Achtet darauf, was und wie ich es sage, das hier ist nicht eine Brücke, sondern die, denn wir haben hier nur eine Brücke. Es ist nicht eine Straße, sondern die Straße, denn es gibt keine andere.” Ja der Ort war tatsächlich nicht groß. Die Tour war aber sehr interessant, wir haben etwas aus der Kultur des “Tlingit Clans” erfahren in dem es “Ravens” und “Eagles” gibt, und was es mit den Totempfählen auf sich hat.

Am Montag waren wir am Icy Strait Point in Hoonah. Dort wurde eine alte Einmachfabrik zu einer kleinen Shoppingmall umgebaut. Die Cannery selbst konnte man als Museum besichtigen. Wir haben eine Wildlifetour und Native Dance Show gebucht. Auf der Wildlifetour gab es hauptsächlich Weißkopfadler und einheimische Pflanzen und zu sehen.Bei der Show wurde tänzerisch und mit Gesang die Geschichte des Tlingit Clans erzählt. Danach sind wir mit dem Shuttle nach Hoonah gefahren, aber außer schöner Aussicht auf das Wasser und die Berge hatte der Ort nichts zu bieten und sind wieder zurück zur Fabrik gelaufen.

Am Dienstag ging es dann in die Hauptstadt Juneau. Wir haben einen Ausflug zum Mendenhall Glacier mit Juneau Stadtrundfahrt  gebucht. Unglaublich, dass man in diesem State Park nur 4% des Glaciers sieht. Mehr sieht man nur, wenn man drüberfliegt. Nach unserem Ausflug sind wir noch durch den Ort spazieren gegangen.

Am Mittwoch haben wir in Skagway angedockt und wir haben einen Ausflug zum White Summit Pass gemacht. Mit dem Bus fuhren wir in die Berge. Dabei ging es auch kurzfristig über die Kanadische Grenze hinüber. Die Grenzkontrolle wurde 18 Miles vor der eigentlichen Landesgrenze vorverlegt, da es dort oben im Winter auf dem Summit zu viel Schnee und Eis gibt. Ausserdem ist es näher an Skagway, so dass die Grenzbeamten aus den USA und Kanada in Skagway Einkäufe tätigen können. Denn da oben ist weit und breit nichts. Selbst Ende Mai lag noch Schnee und es war ganz schön kalt. In Skagway Downtown ist eigendlich nur im Sommer etwas los. Im Winter gleicht der Ort einer Geisterstadt, da alle Geschäfte, bis auf das  Lebensmittel- und Baumarktgeschäft, die haben geöffnet, sagte unser Reiseleiter. In Skagway gibt es keine Apotheke und keinen Arzt, nur sogenannte Practitian Nurses, das ist ein Zwischending von Krankenschwester und Arzt. Dort gibt es eine Notfallapotheke. Wenn man zum Arzt muss oder regelmässig Medikamente braucht, muss man nach Juneau fahren, welches mit dem Boot 2 Std. entfernt ist.

Am Donnerstag hatten wir einen Seetag und sind morgens um 8.00 Uhr durch den Fjord zum Hubbard Glacier gefahren. Dort sieht es so aus, wie man sich Alaska vorstellt: Eis überall. Im Wasser schwimmen die Eisschollen am Glacier knackt und kracht es, weil durch die Wärme der Frühlingssonne Eislawienen ausgelöst werden. Am schönsten ist es, wenn man sie ins Wasser krachen sieht. Eisig kalt war es auch. Das war unser letzter Tag auf dem Schiff. Morgen früh müssen wir ausschiffen und dann fängt unsere Landtour an. Wir hatten übrigens sehr viel Glück mit dem Wetter, denn die Orte, die wir bis jetzt besucht hatten, sind eigendlich Regenwaldgebiet. Schlecht für den Regenwald, denn durch die Trockenperiode bestand Waldbrandgefahr, gut für uns. Das Essen auf dem Schiff war sehr gut, Sarah hat von dem eigentlichen Mittag- und Abendessen nicht viel gegessen, sondern sich an dem Nachtisch sattgegessen.

Am Freitag haben wir in Segway angelegt und saßen schon morgens um 8.00 Uhr in unserem Bus und fuhren nach Anchorage. Anchorage ist die größte Stadt Alaskas und es leben dort ca.300.000 Einwohner. Wir hatten wir 1,5 Std. Zeit uns die Beine zu vertreten und etwas zu Essen. Es gab mehrere Grill-Stände mit Reindeer und Elchwürste auf den Bürgersteigen. Wir haben jeder eine Reindeerwurst probiert - super lecker. Dann ging es schon weiter zum Denali National Park. Dort scheckten wir im Hotel ein und hatten Zeit den Park zu erkunden und genossen den Abend in der Sonne am Fluß.

Am Samstag morgen hatten wir eine 6 stündige geführte Tour durch den State Park. Tiere hatten wir leider nicht gesehen, wie erhofft. Durch den Vergrößerungsmodus des Fotoapparates konnten wir Caribous sehen, das war es leider. Die Tour war aber trotzdem sehr schön. Mittags hatten wir dann wieder Zeit ewas zu essen, und den Park zu erkunden bevor es dann mit dem Wilderness Express weiterging nach Fairbanks. Unsere Bustruppe hatte einen ganzen Wagon für sich. Wir hatten oben gesessen und das ganze Dach war aus Glas, so daß man ganz toll herausschauen konnte. Wir hatten eine Bar an Bord und unten war das Restaurant. Gegessen haben wir dort aber nicht, da wir in Denali schon etwas gegessen haben. Die Zugfahrt war nochmal ein richtiges Highlight durch die schöne Landschaft. 4 Std. dauerte die Fahrt und ging herum, wie im Flug. Am Bahnhof in Fairbanks wurden wir von unserer Busfahrerin abgeholt und zum Hotel gebracht.

Fairbanks ist die zweitgrößte Stadt in Alaska, mit ca. 32.000 Einwohner. Außerdem ist es im Winter der Kälteste und im Sommer der wärmste Ort. Im Winter wird es so kalt, daß das Öl im Tank friert und deshalb haben die meisten Autos eine Ölheizung eingebaut und die meisten Parkplätze haben Steckdosen, damit man diese Ölheizung dort anschliessen kann.

Am Sonntag haben wir eine Tour zu einer Gold Dredge gemacht, dort wurde uns gezeigt, wir in der Zeit des Goldrush´s das Gold gewaschen wurde. Außerdem durften wir selbst nach Gold waschen, das hat Sarah und auch uns Erwachsenen Spaß gemacht. Ehrlich gesagt wären wir gar nicht auf die Idee gekommen uns diese anzuschauen, wenn es nicht mit in unserer Tour drin gewesen wäre. Da hätten wir was verpaßt. Danach gab es eine Stadttour und hatten Zeit Fairbanks Downtown zu erkunden und etwas zu essen. Wobei in Fairbanks Downtown ist eigentlich nichts. Danach wurden wir zum Pionier Park gebracht, dort hatten wir eine halbe Stunde Zeit, diesen zu erkunden, eigentlich zu kurz, aber den haben wir eh noch für die nächsten Tage auf dem Programm gehabt, da wir uns ein Auto gemietet hatten. Dieses war unser letzter Tag der geführten Tour und am Abend trafen wir uns nochmal zum Bocchia spielen hinter dem Hotel, bevor wir uns verabschiedeten. Das war eine sehr tolle Reiseguppe, wir hatten alle viel Spaß.

Am Montag morgen hat Bernd mit Sarah unseren Mietwagen vom Flughafen abgeholt, während ich die Koffer gepackt habe, da wir das Hotel wechselten. Dann sind wir als erstes nach Chena Hot Springs gefahren, ein Resort in dem wir uns das Aurora Ice Museum angeschaut haben. Zuerst dachte ich, das sieht von außen aber klein aus. Aber allzulange hält man es dort drin auch gar nicht aus, nach 20 Minuten hatten wir kalte Füße. Bevor wir dort hineingingen haben wir uns Parker ausgeliehen, die dort am Eingang hängen und über unsere Winterjacken gezogen. Es gab in dem Museum eine Bar mit Barhockern, komplett aus Eis, eine Ecke mit einem Kamin und Stühlen, Figuren, ein Iglo und drei Eis Schlafzimmer, eins mit Tannenbaum, eins sogar mit Bad. Das Museum hat das ganze Jahr -7 Grad Celsius. Danach sind wir nach North Pole zum Santa Claus House gefahren. Wir sind ein Stück den Steeple Highway entlanggefahren, das ist ein Scenic Highway mit schöner Landschaftsaussicht und wir haben uns die Alyeska Oil Pipeline andgeschaut, die 800 miles durch Alaska zum Arktischen Ozean führt. Zwischendurch haben wir noch in unseremneuen Hotel eingescheckt.

Dienstag war der letzte Tag unseres Urlaubs.Wir hatten noch den ganzen Tag Zeit, da unsere Flieger erst nachts um 12.00 Uhr nach Seattle abhob. Nachdem wir unsere Koffer fertiggepackt hatten und aus dem Hotel ausgescheckt sind, sind wir zur Great Alaskan Bowl Company gefahren. Dort werden Birkenschüsseln vom Baumstamm bis zum Ende der fertigen glatten Schüssel per Handarbeit hergestellt. Durch Glasfenster kann man die Herstellung mitverfolgen. Danach sind wir zum Chena River, an dem unser vorheriges Hotel lag um noch ein paar Fotos zu machen. Den Nachmittag haben wir dann im Pioneer Park ausklingen lassen.

Der Fairbanks Flughafen ist klein und schnuckelig. Wir sind noch nie so schnell durch eine Sicherheitskontrolle durch. Es gab nämlich keine Warteschlange. Daher waren wir viel zu früh dort und so warteten wir auf unseren Flug.

Unser Alaskaurlaub war einer unserer schönsten Urlaube und mal etwas ganz anderes, da wir ja sonst immer in der Sonne geblieben sind. Der Staat ist sehr vielfältig und es gibt unendliche Natur. Wenn wir etwas mehr Zeit gehabt hätten, wäre ich noch gerne zum Arktischen Meer hochgefahren, aber das war von Fairbanks zu weit weg (500 miles, 14 h Autofahrt, eine Strecke).

Interessant ist, dass die Einheimischen, auch junge Leute, die wir getroffen haben, nicht aus Alaska weg wollen. Sie gehen meist in andere Staaten zum College, wollen danach aber wieder zurück nach Alaska und die Zugezogenen, die wir kennengelernt haben, sind so eine Art Aussteigerseelen, die die Abgeschiedenheit mögen.