Archive for Februar, 2014

22. Februar 2014: Besuch in Helen, GA

Sonntag, Februar 23rd, 2014

Bernd:

Viele erzählen uns, wie schön doch das kleine (deutsche) Städchen Helen in Georgia sei. Also sind wir letzte Woche zum spazierengehen dort hingefahren. Es ist zwar ganz süß angelegt, aber der riesen Knaller ist das Städchen nun sicherlich nicht. Helen ist ein Nachbau einer kleinen bayrischen Dorfs und zieht so amerikanische Touristen an.

Jedoch ist uns hier etwas “lustiges” passiert: Wir sind ja nun Amerikaner und leben in den USA schon fast sechs Jahre. Und so nehmen wir immer mehr amerikanische Sitten/Angewohnheiten an. Eine davon ist, alles mit Kreditkarte zu bezahlen. Mittlerweile haben wir oft gar kein Bargeld bei uns, denn selbst einen Kaffee oder Cola bezahlt man mit Kreditkarte. In Helen war jedoch das parken gebührenpflichtig, was sehr selten ist. Keine große Summe: $4. Aber was nun tun ohne Bargeld? Ein Knöllchen für riskieren? Ich wollte mit Scheck bezahlen, aber Nicole meinte dass das ziemlich lächerlich wäre einen Scheck an die Stadt für $4 auszustellen. Und so haben wir vor einem Geschäft geparkt, einen Magneten von Helen als Andenken gekauft und die Parkgebühr mit dem Magneten zusammen per Kreditkarte gezahlt.

Heute habe ich mir erstmal $20 ins Auto gelegt - halt für “Notfälle”.

08. Feb. 2014: Die spinnen die Amis / Register to Vote

Sonntag, Februar 9th, 2014

Bernd:

Nicole und ich sind seit diesem Monat beim YMCA angemeldet.  Nach dem Spinning-Kurs ging ich dann unter die Dusche und konnte es kaum glauben: Da duschten die Amis mit Sporthosen! Ich habe mich ja damit abgefunden, daß es hier (leider) keine Saunen gibt, aber mit Sporthose duschen? Das ist nun definitiv überzogen (manche mögen sagen verklemmt).

In Georgia gibt es übrigens ein Gesetz, nachdem man innerhalb von 60 Tagen seine Anschriftenänderung beim DMV (Führerscheinbehörde) anzeigen muß. Zum Glück hatte das DMV auch am Samstag (von 8 Uhr bis 12 Uhr Mittags) auf und so mußte ich mir keinen Tag Urlaub nehmen.  Wir waren dann heute um 8:30 Uhr dort und konnten unseren Augen nicht trauen: der ganze Warteraum war voll und es war eine riesen Schlange allein um sich eine Nummer zu ziehen. Kurz nach 11 Uhr kam dann die Durchsage, daß noch gut 100 Leute eine Nummer hätten und man nicht garantieren könne, daß alle noch eine Chance haben daran zu kommen. Bis 12:30 Uhr würde man noch Leute aufrufen, aber dann wäre geschlossen. Mithin kann es sein, daß man 3 Stunden vergeblich wartet und dann wiederkommen muß. Nicole und ich wurden langsam nervös und angenervt, da wir nun auch schon 3 Stunden warteten. Zum Glück wurde dann unsere Nummer um kurz vor 12 Uhr aufgerufen und wir konnten unsere Anschriftenänderung beim Führerschein durchführen lassen.

Das einzig Positive an dem ganzen Warten: Gleichzeitig konnten wir bei der Führerscheinbehörde uns als Wahlberechtige registrieren lassen, so daß wir auf jeden Fall bei der nächsten Wahl unsere Stimme abgeben können. Auch wenn wir in Georgia wohl das Wahlergebnis nicht verändern können, so werden wir es dennoch versuchen…

Schnee:
Ja, bei uns schneit es auch manchmal. Wir hatten ganze drei Tage Schnee (bitte nicht lachen) und ganz Georgia ist (beinahe) zusammengebrochen. Dies ist nicht übertrieben! Nachdem die Wettervorhersage Schnee gemeldet hat, haben Betriebe und Schulen um 12 Uhr Mittags geschlossen. Und so machte sich eine Großstadt wie Atlanta zur gleichen Zeit auf und jeder stieg in sein Auto. Was passiert dann wohl? Richtig, ein riesen Stau und nichts bewegte sich. Manche Autos saßen über 8 Stunden fest und das öffentliche Leben fror buchstäblich ein. Der Bürgermeister stand massiv in der Kritik (wahrscheinlich hätte in Atlanta schon vor dem Schnee den Notstand ausrufen sollen?) und es folgte ein Panikkauf von Lebensmittel bzw. Ansturm auf die Restaurants, die noch offen waren. Für uns unvorstellbar, denn schließlich haben wir immer für einige Tage Lebensmittel im Haus.

Wäre alles schon witzig, wenn es nicht auch so traurig wäre. Der Mann einer Arbeitskollegin hat einen Schlaganfall während des Schneechaos bekommen und der Krankenwagen kam kaum vorwärts. Autos sind einfach stehengeblieben und Menschen auf der Autobahn wollten von dem Krankenwagen mitgenommen werden.