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Okt 05 2013

03. Oktober 2013: Nun sind wir amerikanische Staatsbürger

Published by bernd under USA

Nicole:

Nun ist es offiziell. Seit wir am Samstag den 28. September 2013 gegen 11.00 Uhr morgens unsere Urkunden entgegengenommen haben, sind wir Staatsbürger der Vereinigten Staaten von Amerika.

Wir hatten ja schon an unserem Prüfungstag die Einladung zur Einbürgerungszeremonie für den 28. September, 8.15 a.m. bekommen. Da die Fahrt mit Stau meist um die drei Stunden dauert und wir auch gerne überpünktlich erscheinen, haben wir direkt ein Hotel in der Nähe des Zeremonieortes von Freitag auf Samstag gebucht, damit wir nicht so früh aufstehen müssen.

Unser Einbürgerungstest fand genau am Constitution Day und Citizen Day statt (17. Sept.). Auf Grund dieses Constituition und Citizen Days, hat Barak Obama die Zeit vom 17. bis 23. September zur Constitution Woche erklärt und angeordnet, dass alle, die in dieser Woche den Einbürgerungstest bestanden haben, eine besondere Zeremonie an besonderen Orten, wie. z.B. State Parks bekommen sollen. (Presidental Proclamation) Aus diesem Grunde fand für uns die Einbürgerungszeremonie in Sandy Springs in der Chattahochee River National Recreation Area National Park  (Wegen unserem Shut down funktioniert der Link im Moment nicht) statt.

Wir waren schon um 7.30 Uhr da und mit einer der ersten. Die Einbürgerung fand im Freien, direkt auf einer Wiese am Fluß statt. Es wurden Stühle mit  Platznummern, Videoleinwand, Lautsprecher, Mikrofon und ein kleines Zelt aufgebaut. Der Reihe nach mussten wir einer Angestellten der Einwanderungsbehörde unser Einladungsschreiben und unsere Green Card vorzeigen. .Auf dem Einladungsschreiben wurden dann die Platznummern vermerkt. Gegen 9.00 Uhr durften wir uns dann auf unsere Plätze setzten. Insgesamt wurden 75 Leute in dieser Zeremonie eingeschworen, die meisten kamen mit Freunde und/oder Familie. Es wurde Informationsmaterial, US Flaggen und ein Zeremonie Ablaufplan verteilt, unsere Einladungsschreiben und unsere Green cards wurden eingesammelt (Ja, unsere schöne Green Card ist nun weg :-( ). Dann begann eine Aufwärmphase, in der der Ablauf der Zeremonie erklärt wurde und Fragen beantwortet wurden. Außerdem wurde der Ablauf mit “geprobt”. Wir hatten einen ziemlich lustigen Sprecher, der uns etwas “aufwärmen” wollte.

Um 10.00 Uhr ging die eigentliche Zeremonie los.  Es wurde ein kurzer Filmbeitrag über die ersten Einwanderer der USA gezeigt, danach erhoben sich alle und die Nationalhymne wurde gespielt. Dann gab es eine Ansprache von dem Leiter des State Parks. Im weiteren Verlauf wurden alle Geburtsländer der Teilnehmer aufgerufen und man sollte dann beim Aufruf seines Geburtslandes aufstehen. Aus Europa kamen nur einer aus Dänemark, einer aus England und Bernd und ich aus Deutschland, der Rest der Teilnehmer kam aus den Afrikanischen und asiatischen Ländern.

Nun kam der wichtigste Teil der Zeremonie: The Oath of Allegiance (der Treueeid). Mit Ablegung dieses Eides ist man amerikanischer Staatsbürger. Wir standen auf, hoben die rechte Hand und sprachen nach:

“I hereby declare, on oath, that I absolutely and entirely renounce and abjure all allegiance and fidelity to any foreign prince, potentate, state or sovereignty, of whom or which I have heretofore been a subject or citizen; that I will support and defend the Constitution and laws of the United States of America against all enemies, foreign and domestic; that I will bear true faith and allegiance to the same; that I will bear arms on behalf of the United States when required by the law; that I will perform noncombatant service in the armed forces of the United States when required by the law; that I will perform work of national importance under civilian direction when required by the law; and that I take this obligation freely without any mental reservation or purpose of evasion; so help me God.”

Danach  wurde die “Pledge of Allegiance” (Treueschwur zur Flagge und dem Land) nachgesprochen. Dabeischaut man in Richtung Flagge und legt die rechte Hand aufs Herz:

 ”I pledge Allegiance to the flag
of the United States of America
and to the Republic for which it stands,
one nation under God, indivisible,
with Liberty and Justice for all.”

Dann gab es eine Film Ansprache von unserem Präsidenten Barack Obama und danach gratulierte uns und sprach der Leiter der Einwanderungsbehörde aus Atlanta. Er erzählte, dass er ursprünglich Kenianer ist und dass bei ihm der ganze Einbürgerungsprozess 14 Jahre gedauert hat. In der Zwischenzeit hat sich einiges getan, die Abläufe wurden modernisiert und man kann den Bearbeitungsstand im Internet verfolgen. Unser Einbürgerungsprozess hat 5 Monate von der Einreichung bis zur Zeremonie gedauert. Nach der Ansprache wurde das Lied “God bless the USA” gespielt und nacheinander bekamen wir unsere Zertifikate und Glückwünsche.

Alles in Allem, war es eine sehr schöne und feierliche Zeremonie. Man hat sich sehr viel Mühe und Arbeit gemacht um uns alle als Amerikaner einzuschwören und Willkommen zu heissen. Der Leiter der Einwanderungsbehörde aus Atlanta sagte außerdem noch, dass genau die Unterschiedlichkeit der Nationalitäten das Land ausmacht und jeder seine eigenen Fähigkeiten und Bildung mitbringt und dadurch das Land nach vorne bringt. Das das Land Menschen wie uns bräuchte, denn viele seien Doktoren, Ingenieure oder haben andere höhere Schul- oder Ausbildungen, die dringend gebraucht werden. Kein Wunder, dass die Amerikaner so patriotisch sind, denn es wird ihnen von Kindesbeinen an beigebracht, das wichtig für Ihr Land sind.

Bernd hatte am Montag in Dublin am Gericht seinen Pass beantragt und ich brauchte einen Termin beim Postamt in  Warner Robins und diesen hatte ich gestern. Nun hoffen wir dass wir schnell unsere Pässe bekommen, wir haben extra die etwas teurere Expressversion bestellt, allerdings kann es durch den “Shudown”, den wir den Republikanern zu verdanken haben zu Verzögerungen kommen. Die Expressbearbeitung dauert zwei bis drei Wochen.

Solange wir keinen amerikanischen Pass haben, können wir die USA nicht verlassen, bzw. haben Probleme bei der Einreise, denn bisher war unser Einreisedokument unsere Green Card, die wir ja nicht mehr haben. Allerdings kann man im Notfall innerhalb von drei Tagen einen Notfallpass bekommen, den man in Atlanta beantragen und abholen muss.

Nun müssen wir nur noch beim Sozialversicherungsbüro unseren “Alien Status” in “Citizen” abändern lassen, aber das geht erst frühestens nach 10 Tagen.

Nun dürfen für immer hier bleiben, wir dürfen wählen,  unsere Green card muss nicht mehr verlängert werden. Wir können das Land verlassen solange wir wollen (wenn man mit der Green card länger als 6 Monate das Land verlassen möchte, muss man einen Antrag stellen, damit man nicht in Gefahr läuft, die Green card zu verlieren), wenn wir es denn möchten. Wir brauchen bei der Einwanderungsbehörde nicht mehr melden, wenn wir umgezogen sind und wir könnten uns auf staatliche Jobs bewerben.

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