Archive for Dezember, 2010

Dez 31 2010

29.12.10 Unser erster und hoffentlich letzter Blizzard

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 Nicole:

Wir sind endlich zu Hause und haben das Chaos hinter uns gelassen. Die ersten Tage in New York waren klasse und wir hatten super Wetter. Es war zwar kalt, aber schön. Wir waren den ganzen Tag unterwegs und immer erst am späten Abend im Hotel.

Am Samstag Abend hörten wir die Blizzard-Ankündigung für Sonntag von 6 a.m. bis Montag abend. Am Sonntag morgen schneite es ganz leicht und unser Flug am Abend war schon canceled aber es gab noch einen Flug um drei Uhr. Eigentlich wollten wir ja nochmal NY unsicher machen, stattdessen fuhren wir zum Flughafen, um unseren Flug umzubuchen. Dort erwartete uns schon eine Warteschlange. Knapp drei Stunden standen wir dort in der Schlange und es waren gerade mal 5 Schalter besetzt, wobei aber zur Lunch-Zeit davon zwei geschlossen wurden.  Der Flug um drei Uhr wurde auch gecanceled, aber wir bekamen dann glücklicherweise einen neuen Flug für Montag abend. Das Marriot Hotel hatte eine große Werbetafel mit Telefonnummer ausgestellt. Dort rief Bernd gleich an, um ein Zimmer zu reservieren. Kein Problem. Mittlerweile schneite es heftiger und es wurde recht windig. Wir fuhren mit dem Marriot Shuttle zum Hotel und kamen gegen 16.00 Uhr dort an. Nach und nach kamen immer mehr Leute und dann war das Hotel recht schnell ausgebucht. Trotzdem kamen noch viele Leute an, denn unser Hotel war sehr nah am Flughafen und am einfachsten zu erreichen. Da keine Zimmer mehr zur Verfügung standen, schliefen die Leute unten in der Lobby. Andere hatten noch weniger Glück. Da der Flughafen gesperrt wurde und das Bodenpersonal am Flughafen abgezogen wurde, mußten Leute neun Stunden in einem Flugzeug ausharren, viele schliefen im Flughafengebäude, denn es gab keine Hotelzimmer mehr und wenn nur welche mit horrenden Preisen. Taxen fuhren auch keine mehr.

Am nächsten Tag war unser Flug bis zum Mittag als “on time” geführt. Dann kam die Cancel-Meldung. Da unser Hotel ausgebucht war, hieß es ein neues zu suchen, und so telefonierten wir herum, bis wir eine Reservierung im Ramada hatten. Stolze 200 Dollar kostete das Zimmer, welches sonst ab 65 Dollar zu haben ist. Tja, Angebot und Nachfrage! Aber wir wollten mit Sarah weder am Flughafen noch in einer zugigen Hotellobby übernachten. Also fuhren wir mit dem Shuttle zum Flughafen und warteten dort 1 1/2 Stunden auf das Ramada Shuttle. Dann waren wir drei Stunden unterwegs, beziehungsweise wir standen die meiste Zeit im Stau, da ein LKW umgekippt ist. Im Hotel angekommen, versuchte Bernd telefonisch unseren Flug umzubuchen. Keine Chance, es gab nur einen Anrufbeantworter und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Bernd überlegte schon einen Leihwagen zu mieten, um damit nach Hause zu fahren.Ich war aber dagegen, da wir gesehen haben wir unvorsichtig und bescheiden manche Leute fahren. Ich wollte nicht noch in einen Unfall verwickelt werden.

Also fuhren wir am Dienstag wieder zum Flughafen. Diesmal mit dem Taxi, da das Shuttle zum Flughafen gerade weg war und wir nicht stundenlang warten wollten. Am Flughafen angekommen, erwartete uns eine endlose Schlange Menschen.  So etwas haben wir noch nicht gesehen. Wir fragten einen Mann, wie lange er schon in der Schlange steht und er sagte “acht Stunden”. Dabei hatte er gerade mal den halben Weg bis zum Schalter geschafft. Wir standen etwas über drei Stunden, als Cellphone von Bernd klingelte. Unser Freund Rob rief an und fragte, ob wir noch immer in Newark sind. Er erzählte Bernd, daß eine Reisegruppe seiner Kirche auch dort gestrandet ist und die Kirche einen Bus organisiert hat, um diese abzuholen. Er fragte, ob wir mitfahren möchten. Natürlich wollten wir, wenn noch Platz im Bus ist!!! Wer weiß wann wir einen Flug bekommen und wie lange wir anstehen müssen. Er rief bei der Kirche an und meldete sich mit der guten Nachricht, daß wir mitfahren könnten und gab uns die Telefonnummer der Gruppe, welche eigentlich nach Tel Aviv reisen wollte. Um vier Uhr sollte die Fahrt losgehen. Wir verließen die Endlosschlange und wickelten Sarah, bevor wir uns auf dem Weg zum Treffpunkt machten. Dabei sprach uns ein Reporter an und wir gaben ein Interview. Nun stehen wir in den New Jersey News.

Wir fuhren mit dem Taxi zum Treffpunkt, der zufällig in unserem Ramada Hotel stattfand. Die Leute von der Kirche waren supernett und wir sind allen sehr dankbar, dass sie uns mitgenommen haben. Und vor allem Rob und Birgit, weil sie an uns gedacht haben und organisiert haben, dass wir mitfahren dürfen. Mit zwei Stunden Verspätung kam dann der Bus an. Die beiden Busfahrer gehören auch der Kirche an und kamen extra aus Inman, SC, um uns alle abzuholen.

Nach 15 Stunden Fahrt mit einigen Stops kamen wir dann in Inman an der Kirche an. Dort holte uns Birgit ab und brachte uns netterweise zum GSP Flughafen, wo unser Auto stand.

Das war ein ziemlich teurer Kurzurlaub, vor allem weil Bernd unbezahlten Urlaub nehmen musste, da er keine Urlaubstage mehr zur Verfügung hatte und wegen den teuren Hotelzimmern.

Im März sind wir wieder in NY, da Bernd dort den Halbmarathon läuft. - Hoffentlich dann ohne Blizzard!!!

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Dez 18 2010

18.12.2010: New York City 1/2 Marathon 2011 - wir sind dabei!

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Bernd:

Der New York City 1/2 Marathon (und der volle Marathon) sind in meinen Augen die besten und atemberaubensten Läufe der Welt. Es geht quer durch Manhatten und 100,000 Tausende von Läufern hoffen hier mitlaufen zu können. Meine 1/2 Marathon Zeit war nie gut genug um sich für NY zu qualifizieren und so blieb mir nur die Lotterie. Und was soll ich Euch sagen: Im 2ten Jahr wurde ich gezogen! Die Deffis fliegen im März für einen super Kurztrip (nur Samstag und Sonntag, da ich noch Busy Season habe) nach NY und ich werde dort am 1/2 Marathon teilnehmen.

Flug und Hotel sind gebucht. Und obgleich Nicole sonst nie zu meinen Läufen mitkommt, so wollte kommt sie doch hier mit nach NY. Woran das nur liegt? :-)

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Dez 18 2010

17.12.2010: Das Weihnachts-Haus

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Bernd:

Von Mittwoch bis Freitag war ich beruflich in Atlanta.  Die Stadt, in der selbst die Obdachlosen BlackBerry Handys haben. Kein Scherz! Ich saß im Frühstückscafé und konnte dies beobachten. Abgesehen davon, ist ATL unglaublich überteuert.

Am Freitag Abend  war ich sehr froh wieder in unserem beschaulichen Greenville,SC, zu sein. Ich hatte aus der Radioshow Hawk & Tom von einem Haus erfahren, wo der Besitzer alles bei der Weihnachtsdekoration gegeben hat.

So etwas kann es nur in den USA geben! Gerade einmal 25 Autominuten von uns entfernt, in einer kleinen Wohnanlage, liegt dieses Haus und uns kamen schon eine Vielzahl an Menschen entgegen.

220,000 Lichter schienen im Takt der Weihnachtsmusik, ein Lagerfeuer diente zum aufwärmen, ein Weihnachtsmann posierte für die Kinder, es wurde freies Popcorn ausgeschenkt und der Besitzer begrüßte jeden persönlich. Dieser mag einfach nur Weihnachten und Dekoration und so schmückt er sein Haus nun seit 9 Jahren.  Seine Stromrechnung von November und Dezember beträgt $3,000.  Es bisschen verrückt muss man schon sein…  Hier ist das Video zum Haus. Aber es war ein Erlebnis. Happy Christmas.

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Dez 16 2010

16.12.10 Komfort und Sicherheit im Krankenhaus

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Nicole:

Mehrfach sind wir gefragt worden, wie hier der Aufenthalt im Krankenhaus war. Und nachdem vor kurzem in Frankfurt ein Baby aus dem Krankenhaus entführt wurde, dachte ich, schreibe ich mal wieder einen Beitrag.

Einen Kreissaal wie in Deutschland gibt es hier nicht. Ich lag auf einem ganz normalem Einzelzimmer, welches mit Parkettfussboden, Badezimmer, Schlafcouch und Flachbildschirm ausgestattet war. Außerdem sind die Zimmer schalldicht, man konnte aus den Nebenräumen, in denen andere Frauen auch gerade ihre Babies zur Welt brachten, nichts hören. Auf dem Computermonitor konnte die Krankenschwester nicht nur meine Daten sehen, sondern auch die aus den anderen Zimmern. Ich bekam ein Armband mit einer Scannernummer. Immer wenn ich ein neues Medikament bekam oder die Dosis herauf- oder heruntergesetzt wurde, wurde das Armband und das Medikament gescannt und die Daten wurden im Computer gespeichert. So hatte jeder Arzt und auch die Krankenschwestern beim Schichtwechsel zugriff  auf die Patientendaten. Auch die Daten vom Blutdruckmessgerät und vom Blutzuckermessgerät wurden automatisch im Computer eingespeisst.

Sofort nach der Geburt bekamen Sarah, Bernd und ich ein weiteres Armband mit einer Identifikationsnummer und zusätzlich bekam Sarah ein Magnetsicherheitsband um das Fußgelenk. Als Nachweis zur Geburt und zur Beantragung der SSN (Social Security Number) wurden von Sarah von beiden Füßen Abdrücke und von mir einen Fingerabdruck genommen. Die Ärztin und zwei Krankenschwestern mussten unterschreiben. Am nächsten Tag musste ich diesen Nachweis unterschreiben und das Krankenhaus sandte diesen zur U.S. Social Security Administration. Alle Erstuntersuchungen an Sarah und das Saubermachen wurde in unserem Zimmer durchführt. Die Krankenschwestern verlassen niemals mit dem Baby das Zimmer. So kann kein Baby versehentlich vertauscht werden.

Nach der Geburt wurden wir in ein anderes Einzelzimmer im gegenüberliegendem Flügel des Krankenhauses verlegt. Dieses Zimmer war genauso ausgestattet, wie das vorherige, nur ohne Computerausstattung. Im Krankenhaus gibt es auch eine Babystation, in der man nachts die Babies den Krankenschwestern zur Pflege geben kann. Allerdings war diese voll, aber wir hatten eine tolle Nachtschwester, die uns sehr mit Sarah geholfen hatte, da wir noch sehr unbeholfen waren.

Am nächsten Tag wollte Bernd mit Sarah auf dem Arm draußen auf dem Gang spazieren gehen. In den vorherigen Babykursen wurde uns gesagt, dass man nicht mit dem Baby auf dem Gang spazieren darf, außer das Baby liegt in der krankenhauseigenen fahrbahren Wiege. Als ich Bernd daraufhinwies, nahm er das nicht so ernst und war nach noch nichteinmal einer Minute wieder zurück. Die Krankenschwestern haben ihn wieder mit Sarah ins unser Zimmer zurückgeschickt. Also ist Bernd mit Sarah in der Wiege spazierengegangen. Später erzählte er, dass wenn man an den Notausganstüren vorbeikommt, hört man ein “klacken”. Durch das Magnetband an Sarahs Fuß haben sich diese Türen automatisch verriegelt. Die Krankenschwester sagte uns bei der Krankenhausführung, dass die Fahrstühle auch nicht funktionieren, wenn sich ein Baby mit Magnetband im Fahrstuhl befindet.

Als wir aus dem Krankenhaus entlassen wurden, kam eine Krankenschwester, die Sarah das Magnetband abnahm und Sarah´s und mein Armband mit den Identifikationsnummern verglich. Sie kontrollierte, dass Sarah gut im Maxicosi angeschnallt war und brachte uns zum Auto und kontrollierte auch dort, ob die Basis für den Maxicosi eingebautist.Wir sagten der Krankenschwester, dass sie nicht extra mit zum Auto kommen müsse, aber sie sagte uns, das sei Vorschrift. Außerdem könnte es Probleme an der Pforte geben, wenn die Eltern mit ihrem Baby das Krankenhaus ohne Krankenschwester verlassen. Naja, dass ein 80jähriger Pförtner lossprintet um jemanden aufzuhalten ist schwer vorstellbar. Aber zumindestens gibt es genug andere sehr gute Sicherheitsverkehrungen, die eine Babyentführung sehr sehr schwer macht.

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Dez 11 2010

11.12.2010: Weihnachten steht vor der Tür

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Bernd:

Weihnachten steht vor der Türe - dies ist nun unser 3tes Jahr, welches wir hier verbringen. Ich mag die Weihnachtszeit, auch wenn es für meinen Geschmack zu kalt ist. Auch wir haben weihnachtlich dekoriert und futtern wohl zu viele Weihnachtsgebäck.

Unsere Kleine ist jetzt 6 Wochen alt und so langsam pendelt sich Routine ein. Diese Woche haben wir von einer guten Freundin die traurige Nachricht erhalten, dass ihre Kusine (36 Jahre alt, 2 Kinder) ein Gehirnanorisma bekommen hat und innerhalb von 2 Tagen verstorben ist. Das hat uns persönlich schon mitgenommen, da wir genau so alt sind. Und so haben wir unsere Weihnachtspläne für dieses Jahr überdacht. - Eigentlich wollten wir nicht wegfahren, sondern die letzten 4 Tage Ruhe zu Hause genießen. Nachdem wir jedoch die Nachricht von dem überraschenden Ableben erhalten hatten, haben wir dies überdacht. Und so fliegen wir nach New York. Wir freuen uns schon auf die Stadt, die niemals schläft. Gerade zur Weihnachtszeit ist NY atemberaubend. Life is just to short…

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